Liebe Patinnen, Paten, Sponsorinnen und Sponsoren, liebe Freunde und Nachbarn,

lange konnte ich mich aus verschiedenen privaten Gründen nur bei wenigen melden und tun, was erforderlich war. In Nepal ist in manchen Bergregionen, in welchen die meisten wohnen, ein strenger Winter eingezogen. Für viele unserer Freunde dort bedeutet das auch Frieren im Haus (das Holz ist oft knapp) neben anderen Problemen. So sehe ich meine Widrigkeiten im Leben als vergleichsweise klein an. Doch ich konnte leider auch 2019 nicht nach Nepal reisen, Telefon, WhatsApp, Mails und unser verlässlicher Vermittler Hari in Boudha informieren mich bestens.

Die Mitgliederversammlung der Freunde Nepals e.V. fand am 25.10.19 statt. Besprochen wurden die neuen und auch alten Projekte. Der Vorstand einschließlich der Schatzmeisterin wurde entlastet. Die Kassenprüfer stellten sich zur Prüfung für das Jahr 2019 wieder zur Verfügung. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf €50.00 jährlich erhöht. Weitere Informationen über die Arbeit der Freunde Nepals e.V. können Sie unter www.freunde-nepals.de lesen.

2018 hatte ich Ihnen über Bedenken, Erfahrungen und Aussichten für Nepal geschrieben – sie haben immer noch Gültigkeit – leider!. Ich berichte heute über ein paar StudentInnen, erfolgreich, mal mehr, mal weniger, die von Paten unterstützt werden. Weiter führe ich die anderen Kinder, Studenten und Familien an, die zu unserer Gruppe gehören. So erhalten Sie einen Einblick in unser aller Engagement. Es ist mir sehr wichtig zu sagen, dass ich auch sehr dankbar für „freie“ Beträge bin. So kann ich vielen Kindern helfen, die keine direkten Paten haben und die beiden Projekte unterstützen. Bei den Kindern hat sich auch vieles geändert. Die jungen Leute haben geheiratet, bekommen Kinder, wollen ein Haus bauen, wollen sich noch weiterbilden, verlassen das Land um bessere Chancen zu haben – versuchen ihrem Leben einen Sinn zu geben und für ihre Familien zu sorgen.

Im Jahr 2019 hatte ich noch Einnahmen von insgesamt €14.000. Einzelheiten über Einnahmen/ Ausgaben können Sie bei der Schatzmeisterin der Freunde Nepals e.V. oder bei mir einsehen. Spenden – anstatt Blumen - für „Johns“ Begräbnis oder Friederikes 80. Geburtstag haben die Einnahmen erhöht – danke für diesen Gedanken der beiden Familien. Eine Idee, dies selbst mal bei einem Anlass anzuregen?

SIE sind es, die mit IHREM Engagement dazu beitragen, die Not, die es noch immer in großem Ausmaß in Nepal gibt, etwas zu lindern. Es ist und war mir wichtig, den Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Sie sind damit zum größten Teil  gerüstet, Arbeit nach ihrem Können zu erhalten, meist leider im Ausland, oder sich im eigenen Land durchzusetzen. Besonders für Frauen ist dies wichtig, sie erhalten durch ihre Ausbildung eine bessere Stellung in ihrer Gesellschaft und können Forderungen stellen. Hilfe kann nur durch Bildung erfolgen. Das war der Anspruch für mich. Doch die Regierungen Nepals haben über beinahe 40 Jahre keine meiner Wünsche und Forderungen aufgenommen!!! Sie haben einige Gesetze geändert, doch sie in die Praxis umzusetzen, ist fast nie gelungen. Ich sehe es auch an meinen Jugendlichen, wie sehr sie noch an Familie und Tradition im Guten wie im Schlechten gebunden sind. Die nachfolgenden Generationen werden sicher einiges verändern, auch mit Hilfe der Rückkehrer aus dem Ausland.

Nicht immer verlaufen die Biografien unserer Schützlinge erfolgreich. Ich wollte immer, dass sie eine gute Ausbildung erhalten und im Lande selbst bleiben und helfen, Dinge zu verändern. Doch nur wenige haben es hier zu Erfolg gebracht. Die Regierung Nepals tut wenig für junge Leute und unsere Kinder kommen aus armen Familien, haben keine  Beziehungen zu Menschen, die ihnen zu Stellungen und Posten verhelfen könnten. Die jungen Leute, die selbständig werden, sind dankbar, dass Sie eine gute Ausbildung durch Sie Alle erhalten haben und noch erhalten. Unter ihnen sind auch zwei Schön-heitsköniginnen, Jyoti und Pema, die diese Auszeichnungen vor allem durch ihr Wissen, ihre Intelligenz erhielten. Ihnen eröffnen sich Förderungen und berufliche Möglichkeiten. Die meisten Kinder bedanken sich bei ihren SponsorInnen mit e-mails oder Briefen. Briefe schreiben ist leider kein beliebtes Hobby in Nepal, besonders heute nicht, da die Kommunikation über andere Medien erfolgt. Auch ist es in der nepalesische Kultur nicht üblich, sich für „Geschenke“ zu bedanken! Doch es gibt auch andere Beispiele. Ein paar besondere möchte ich anführen, verbunden mit ihren Kurz-Biografien:

Pema und ihre 3 Schwestern. Pemas Sponsor John ist am 24. Oktober gestorben. John hat vor einigen Jahren zwei Monate in der Dorji Schule in Boudha/Kathmandu die Kinder unterrichtet, vor allem in der Englischen Sprache, doch auch in Musik, Tanz und Alltagsdingen. Pema, seine und Gudruns Patentochter, schrieb einen langen Brief an Gudrun, der während der Aussegnung vorgelesen wurde. Sätze aus diesem Brief (frei übersetzt): „Als ich die bittere Wahrheit über Dad Johns Tod akzeptierte, fühlte ich, dass ich einen wertvollen Teil von mir verloren hatte. Dad John hat mir über Jahre bei meinen Studien geholfen und hat mir während seines Aufenthaltes in der Dorji Schule viel beigebracht. Ohne ihn wäre ich nicht so weit gekommen und könnte heute nicht als Doktorandin (Anm. Engl. Literatur) studieren. In unserer tibetischen Tradition glauben wir an eine Wiedergeburt nach dem Gesetz des Karma. Und so wird Dad John an einem glücklichen Ort wiedergeboren werden. Ich werde nie Eure Liebe und Gastfreundschaft vergessen, die ich letztes Jahr in München erleben durfte“. Pema ist mit einem norwegischen Tibetologen verheiratet, lebt in Norwegen, studierte in Delhi und heute in Estland. Tashi arbeitet nach Beendigung ihres Studiums als Ernährungsberaterin bei der UNICEF in Delhi. Sie hat sich bei ihren Sponsoren Miriam und Yücel mit einer langen Mail verabschiedet und bedankt. Sie ist viel auf Konferenzen unterwegs und wohnt in einer WG in Delhi. Auch Karma, die Management studierte und eine  Kosmetikausbildung beendete, ist auf Facebook mit ihrer Sponsorin Beate in Kontakt. Ihr Partner ist Fotograf und sie beide wohnen in der Tibetan Colony in Delhi. Für die beiden Schwestern ist es sehr schwierig in Delhi zu leben. Sie fahren alle zwei Jahre nach West-Sikkim, wo Sonam, die hoch geschätzte Organisatorin und Leiterin des Phuntsok Choeling Klosters arbeitet und wohnt. In diesem Kloster sind die Schwestern mit ihrer Mutter aufgewachsen und so ist es auch heute noch das Zuhause der Schwestern. Sonam, die Älteste, pflegte ihre Mutter zwei Jahre lang im Krankenhaus in Sikkim und musste daher ihr Studium abbrechen. Sie ist viel auf Facebook und WhatsApp unterwegs und wir telefonieren ab und zu. Wir haben die Schwestern über mehr als 25 Jahre begleitet. Sonam und das Kloster werden noch weiter von mir unterstützt.

Jyoti schreibt uns ab und zu eine Mail, leider sind es fast immer die gleichen Sätze und wir erfahren wenig über ihr tägliches Leben. Doch ich kenne die Familie gut. Sie wohnen in der Nähe von Patan, in einer neuen Siedlung. Das Haus hat der Bruder ihres Vaters gebaut, der in Malaysia Geld verdient und keine eigene Familie hat. Jyoti studiert Betriebswirtschaft im 3. Jahr (4 Jahre dauert das Studium plus Master). Sie ist ein schönes junges Mädchen, hat schon viele Preise gewonnen, engagiert sich in Sport und Gesellschaft, wurde 2018 „Super Next Top Model“, alles ehrenamtliche Aktivitäten, doch mit einigen Privilegien ausgestattet.  Jyoti wurde lange von Franziska unterstützt, seit ein paar Jahren von Heike und Renate. Und heute kommt von ihr die Nachricht, dass sie aus 1600 Bewerbungen weltweit zur „Global Ambassador for Youth Opportunity 2020 von Nepal“ ausgewählt wurde. „Sie ist viel beschäftigt, schreibt sie uns, doch ihre Studien sind ihr das wichtigste und sie will nächstes Jahr ihren Bachelor als beste bestehen“.

Ihr Bruder Kishan hat sein Ingenieur-Studium in Nepal beendet und studiert nun Luftfahrt-Ingenieur in Japan. Seine Sponsorin Andrea hat großzügig dabei geholfen, nun jedoch nach vielen Jahren die Patenschaft beendet. Kishan hat es nicht leicht in Japan, da Studenten nur sehr wenig arbeiten und verdienen dürfen. Doch er fühlt sich in Osaka wohl und wird klar kommen, schreibt er. Er war immer ein eifrig Studierender und wird Erfolg haben.

Jitendra und Vinay, die beiden Brüder aus dem Terai, deren Eltern wieder in einer Lehm- und Strohhütte leben (wir hatten nach dem Erdbeben geholfen, doch ein Monsun zerstörte die Hütte wieder) haben es sehr schwer. Jitendra hat die 12. Klasse nicht bestanden, arbeitet heute jedoch mit kleinem Gehalt für eine NGO als Schulaufbau-Organisator und Volksschullehrer in den Bergen. Die NGO errichtet Schulen in sehr entlegenen Orten und stellt Lehrer und Schulmaterial für die Kinder kostenlos zur Verfügung. Jitendra liebt seine Arbeit, doch davon leben und eine Familie gründen kann er nicht. Seine Eltern setzen ihn mit Heiratsplänen unter Druck. Die beiden Brüder haben mir ein sehr schönes Album (mit Fotos und Gedichten) über unsere gemeinsame Zeit mit ihnen und ihrer Familie geschenkt. So liegt die ganze Hoffnung auf Vinay. Er wurde jahrelang von Franz Sen. unterstützt und hat brieflichen Kontakt gehalten. Er hat sich auch mit einem langen, liebevollen Dankesbrief von ihm verabschiedet. Diesen Brief habe ich bei seiner Beisetzung am Grab der Familie übergeben. Seine Tochter und sein Sohn unterstützen weiterhin unsere Kinder. Vinay hat es vor ein paar Wochen geschafft, nach Beschäftigungen in Indien und Dubai, in Australien eine ganz gut bezahlte Arbeit als Chefkoch zu finden. Er hatte eine akademische Ausbildung in der Hotelfachhochschule absolviert. So hoffen wir, dass es nun für die Familie aufwärts geht. Vinay will im nächsten Jahr heiraten, doch muß zuerst sein älterer Bruder „versorgt“ werden, der jedoch keine Ambitionen zeigt. Familienzwänge!! Sein Arbeitsplatz in NeuSüdWales liegt 300 Meilen von Sydney entfernt – bisher keine Feuergefahr!

Deepak ist ein eifriger Schreiber – Deepaks Sponsorin Ute hat ihm ein langes Studium ermöglicht. Er versuchte intensiv eine Anstellung in einer Bank, Versicherung etc. zu erhalten. Deepak konnte einfach keinen Job in Kathmandu finden, obwohl er beste Abschlüsse seines Mangements-Studiums vorweisen konnte. Auch hatte er kein Glück bei Versuchen ins Ausland zu gehen, nicht nach USA, nicht nach Kanada, nicht nach Schweden. Er heiratete sogar, damit auch diese Vorgabe der Konsulate erfüllt wurde! So hat er sich im letzten Jahr entschlossen mit seiner Frau ein Geschäft zu eröffnen. Während seines Studiums war er jahrelang die rechte Hand eines reichen Ladenbesitzers, der buddhistische Ritualgegenstände nach China verkauft. Dieses Wissen gibt ihm nun den Mut sie selbst anzubieten. Wir wünschen ihm Erfolg und unterstützen ihn soweit möglich.
 
Auch Laxmi hält Kontakt zu uns. Sie fand keine Arbeit als Homöopathin (3-Jahre Studium), unter-stützt von ihrer Sponsorin Monika – sie war ihrer Zeit voraus! – und hat dann verschiedene Weiterbildungen und Kurse in Reiki, Massage- und therapeutischen Anwendungen abgeschlossen. Sie wollte in ihrer Heimat in Hetauda eine eigene Praxis eröffnen – wir halfen ihr beim Ausbau eines Zimmers in ihrem Elternhaus. Doch die Liebe kam dazwischen… 2019 hat sie geheiratet und soeben erfahre ich, dass sie schwanger ist. Die schwangeren Frauen nehmen sich, auch noch nach der Entbindung, viel Zeit für das Baby. Mal sehen, wie es Laxmi handhaben wird. Sie war in ihrem Beruf immer sehr engagiert, doch ob sie beides vereinen kann?  

So hat Ratna – sie hat einen Bachelor in Pharmacy von der Medical und Allied Science Fakultät in Biratnagar (im Osten von Nepal) – sich auch eine lange Babyzeit genommen. Doch jetzt beim zweiten Kind arbeitet sie voll. Leider hat sie keinen ihrer Ausbildung entsprechenden Beruf. Sie lehrt an einem College Pharmacy und ist damit nicht sehr glücklich. Sie wollte Apothekerin sein als erste Akademi-kerin in ihrer Heimat Simikot. Doch es ist ihr wohl nicht vergönnt, dies zu verwirklichen. Wir sind noch im Gespräch, würden mit bescheidenen Mitteln helfen. Auch sie hat Träume von Europa, doch ihr Mann, ein Landvermesser mit wenig Arbeit, ist dagegen. Ratna ist eine starke Frau und ihre Familie ist ihr sehr wichtig, da sie ohne Vater aufgewachsen ist. Ratna hält Kontakt zu ihren Sponsorinnen
Christl und Ines. Wir unterstützen sie und Tochter Pranika bei Schulgebühren und Anschaffungen. Ratna wohnt in Nepalgunj im Westen Nepals, ihr Mann in Simikot im Humla Distrikt.

Sameer schreibt seiner Sponsorin Lore öfters und wir bekommen auch Fotos und WhatsApps aus Dubai. Er hat leider sein Studium in Nepal abgebrochen, da er Geld verdienen wollte und ihm das Lernen auch nicht so lag. Er verdient als Kellner ganz gut und kann seiner Mutter, die überhaupt kein Einkommen mehr hat, etwas Geld geben. Einmal im Jahr besucht er sie. Seine Mutter hatte früher einen ganz kleinen Strassenladen, in dem sie kochte und das Essen verkaufte. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie ihn aufgeben.

Sein Bruder Someer hat auch nach der 12. Klasse abgebrochen und ging mit einem Diplom als Barrista nach Dubai. Er lässt jedoch nichts von sich hören.

Chultrim wird nun von Sponsoren einer NGO unterstützt, die im Gebiet ihres Dorfes in der Nähe des Touristenpfades um den Manaslu tätig ist. Diese Dörfer wurden 2015 fast alle vollständig zerstört und langsam wieder aufgebaut. Die Sponsorin Gerlinde übernimmt nun ganz die Kosten für die Collegegebühren für Kusine Tsering Bhuti, die nach einer kurzen Auszeit bei ihren Eltern sich in der Hotelfachschule einschreiben wird. Auch dies ist ein zeit- und kostenaufwendiges Studium und dauert 4 Jahre. Leider sind die beiden Kusinen keine grossen Briefschreiberinnen, doch wir werden von deren Onkel Tsering über ihren Werdegang unterrichtet. Tsering war eines meiner ersten Patenkinder und ist heute Werbefachmann. Tsering ist nicht verheiratet (ungewöhnlich in Nepal), unterhält jedoch seine große Familie, Mutter, Stiefvater, 2 Tanten, davon eine Nonne.
  
Sushil ist 16 Jahre und in der 9. Klasse. So sind es noch 3 Jahre bis zum Schulabschluss. Er hat viele
Hobbies, wie Fußball, Cricket, Musik, wechselt öfters und hat zuhause leider keinen Freund für die
Freizeitbeschäftigung. Seine Eltern und sein Umfeld sind sehr arm. So bleiben nur die Aktivitäten in der Schule. Sein Vater verkauft auf einem mobilen Holzstand Fleisch und Gemüse, das seine Frau kocht, beide sind Analphabeten. Sie wohnen sehr beengt in einem kleinen Zimmer. Sein Vater Jeevan war in „meiner“ Dorji-Schule Hilfskoch und nach der Auflösung der gesamten Schule 2006 traf ich ihn auf der Strasse mit seinem Wagen. Ich hoffe Sushil lernt besser bis zum Abschluss, so dass er für ein Studium zugelassen wird. Sein Vater ist sehr stolz auf ihn, da er das erste Kind aus seinem Dorf ist, das zur Schule geht. Ab und zu schreibt er eine Mini-Mail an seine Sponsoren Susanne und Helmut. Ich versuche, eine Art Mentor für Sushil zu finden, der mit ihm lernen und Zeit verbringen kann.

Tashi Dolma (Saniya) ist in der 8. Klasse und wohnt bei ihrer Tante, einer Kusine ihrer Mutter. Vor kurzem ist ihr Vater gestorben und sie musste zuhause Verpflichtungen übernehmen, die ein junges Mädchen leicht überfordern. Die Eltern sind Analphabeten, daher wurde sie nach Kathmandu zur Tante gegeben, um eine Schulausbildung zu erhalten. Sie ist eine durchschnittliche Schülerin, da sie wenig Hilfe bekommt und noch den Haushalt ihrer Tante erledigen muss. Sie wird seit einigen Jahren von Sylvie und ihrer Familie unterstützt und sind in Kontakt per mail. Saniya hat wie alle anderen Kindern auch keinen Zugang zu einem privaten Computer. Die Kinder gehen in einen Internetladen und müssen für die Benutzung auch bezahlen.  

Punam kam zu uns über Future Citizens, einer Institution für Heimkinder, die 2010 in Kathmandu gegründet wurde. Sie wohnt in diesem Heim mit ca. 30 anderen Kindern aus Jiri, einem Gebiet m Dolakha Distrikt im Nordosten Nepals im Himalaya. Ihre Mutter ist gestorben und ihr Vater hat die Familie verlassen. Punam wird großzügig von Franz Jr. unterstützt, ist 15 Jahre alt und geht in die 8. Klasse. Sie ist ein fröhliches Mädchen mit viel Ernst beim Lernen. Sie ist in regelmässigem Kontakt mit ihrem Sponsor, Facebook, WhatsApp über das Heim und ich werde von Heimleiter Bibi informiert.  

Jagdish, 28 Jahre alt, wohnt mit seiner Familie (4 Kinder!!) im Humla Distrikt, im Westen Nepals auf beinahe 3000m. Srijhana und Senraj, zwei seiner Kinder, gehen schon zur Schule, doch sind sie noch zu klein um zu schreiben. Doch ihr Vater hält regelmässig Kontakt. Jagdish war ein intelligenter Schüler, etwas „wild“, doch wurde er mit 17 von seiner Mutter zwangsverheiratet. Dies hat er aus Scham vor uns allen verborgen. Er studierte in Pokhara Ingenieurwissenschaften, lange unterstützt von Daniela und Thomas, dann Fernstudium. Dies brach er vor ca. zwei Jahren ab, genervt von seinen Eltern, die ihn für die Feldarbeit brauchten. Er hat sich nun mit einer Ausbildung in der Academy of Aviation und Technik durchgesetzt. Dabei unterstützen wir ihn und auch seine Kinder.
 
Kelsang Dolma hat nach ihrem Schulabschluss in Deutschland und Australien studiert (BWL u.a.), wo sie heute noch lebt. Sie hat dort Fuß gefasst, doch lebt sie nicht gerne in Australien. Sie könnte nur nach Nepal zurückgehen, doch eine Arbeit würde sie dort wohl nicht finden. Und nochmals nach Deutschland – dies scheint sie nicht zu wagen. Sie schreibt ab und zu an mich, leider kaum an Christiane und ihre ehemalige Familie in Deutschland.

Sangye ist Arzt geworden, studierte zuerst in Kathmandu und dann der hohen Kosten wegen in Bangladesh. Er arbeitet in zwei Kliniken in Boudha, ist dort sehr angesehen. Seine Freundin wohnt in den USA. Er würde gerne in die USA ziehen, doch seine Ausbildung wird dort nicht anerkannt und er müsste nochmals studieren. So geht es auch seinem Namensvetter und Freund Sangye, dessen Pilotenausbildung in Japan auch in den USA nicht anerkannt wird. Er ist jedoch verheiratet und seine Frau lebt in den USA mit ihrer Familie. So “pilgern” die beiden jungen Männer des öfteren hin und her. Den Arzt Sangye haben wir zusammen mit einer Sponsorin aus Dänemark unterstützt.

Shiva hat einen Abschluss 12. Klasse und bemüht sich ein Handwerk zu lernen – leider mit wenig Erfolg – es fehlt wohl auch am Willen dazu. Danke an Tamara für Hilfe und Unterstützung.

Wenig oder keinen Kontakt halten die Kinder                       
Dolma Sherpa (12.Klasse), Dristy (12. Klasse), Sakshi (10.Klasse), Priyanka (7.Klasse), Sie haben keine direkten Paten, die Schulgebühren werden von den „freien Beträgen“ bezahlt. Ich kenne die Familien gut und werde auf dem laufenden gehalten.

Wir unterstützen weiterhin zwei Projekte:

+++ Maitri Griha – Heim für Lern- und Körper-Behinderte Kinder in Aarubari, Kathmandu. Dort lernen 10-12 Kinder verschiedenen Alters das für sie schwierige, tägliche Leben, Körperflege, kunsthandwerkliches u.v.m. Sie nehmen täglich am Schulunterricht teil.

+++  Frauenprojekt im Terai – Nemkala aus dem Dorf Barahadawa (Nähe Lumbini) gibt Nähunterricht. Wir haben ihre Ausbildung bezahlt und der Unterricht ist für Frauen aus der Umgebung kostenlos - auch junge Männer nehmen daran teil, da das Schneiderhandwerk in Nepal ein Männerberuf ist. Wir möchten das gerne ein wenig ändern.    

Seit ca. zwei Jahren habe ich nichts mehr gehört von
Elina
(Mathematikstudium und Auswanderung nach Australien),
Lobsang, Ingenieurstudium in den USA, verheiratet. 
Indira + Maya – beide Lehrerinnen,
Rinzin, Kosmetikerin,
Rinzin Pema -  Abschluß der Hotelfachhhochschule, berufstätig in verschiedenen Hotels in Indien und Kathmandu. U.V.M. 

Ich will versuchen, die ehemaligen StudentInnen wieder zu erreichen – vielleicht mehr darüber im nächsten Bericht. Für mich ist es schwierig, den Kontakt zu halten, da ich nicht auf Facebook zu erreichen bin. Schade, dass ich nicht mehr von allen erfahren kann, wie es ihnen heute geht.

Ihnen und allen großzügigen SpenderInnen meinen aufrichtigen und herzlichen Dank.

Danke für Interesse und Ihr Engagement.
Gisela Stäbler